Sapperlot, ein Caberlot

„Caberlot was?“

Es kann sich glücklich schätzen, wer eine Magnum dieses fantastischen Weines im Keller hat. Ein Wein wie ein Mythos. „Kennst du ihn?“, „Du hattest ihn schon mal im Glas?“, auch „Coole Magnum!“ oder „Caberlot was?“ sind Ausrufe, die einem Weinenthusiasten über die Lippen kommen, wenn es um Caberlot geht.

Ich sag mal, sicher kenn ich den – war ja gerade dort. War in den Weingärten und durfte die Lagen unverschnitten aus den Fässern probieren. Erinnerungswürdig? Blöde Frage!

Sofern der Name überhaupt geläufig ist.

Die Jahresproduktion ist äußerst gering und wird nur in Magnums oder ganz, ganz wenigen Doppelmagnums abgefüllt. Mit dem Jahrgang 2013 gab es zum ersten Mal eine Minimenge „Demi-Magnums“, die jedoch gänzlich der Gastronomie vorbehalten sind. Nach einer Minute folgt dann normalerweise der Nachsatz „Welche Traube wird denn hier eigentlich gekeltert? Ist es ein Sangiovese, der im Chianti-Gebiet heimisch ist oder Cabernet? Obwohl, vielleicht doch eine Cuvée ...?“

Nein, es ist nichts dergleichen, es ist „reinsortig“ Caberlot!

Eine Rebe ohne offiziellen Namen, die von Remigio Bordini in den Colli Euganei bei Padua entdeckt wurde. Die neu gefundene Traube ist eine natürliche Kreuzung aus Cabernet Franc und Merlot – wie sein Name Caberlot.

Podere Il Carnasciale, so der Name des Weingutes in Mercatale Valdarno (Toskana), hat mittlerweile einen absoluten Kultstatus erreicht und zählt zu den besten Weinhäusern Italiens.

So sollte auch seine geniale Entstehungsgeschichte kurz erzählt werden:

Der deutsche Werbefachmann Wolf Rogosky (zum Beispiel für die Marken „Jägermeister“ und „West“ tätig) erwarb den Landsitz im Jahr 1972 und kaufte im Jahr 1986 von Bordini 3.500 Setzlinge Caberlot mit dem Versprechen, dass niemand anderer diese Rebe erhalten würde. Rogosky wollte jedoch keine drei Jahre warten, um aus dem 0,3 ha großen (kleinen) Weingarten den ersten Wein lesen zu können. Daher wurde in den Jahren 1988 und 1989 Wein mit den Trauben aus Bordinis Weingärten gekeltert. Im Jahr 1990 stand dann die erste Lese an, die jedoch den Wildschweinen zum Opfer fiel … Nach dem Einzäunen der Weingärten wurde mit dem Jahrgang 1991 der erste offizielle Caberlot mit dem berühmten Kreuzetikett gefüllt. Das Kreuz steht dabei für die Kreuzung der beiden Rebsorten und an der Dicke der Striche lässt sich ableiten, wie kräftig und voll der Wein dieses Jahrganges ist.

Die Dichte der Stöcke mit 10.000 Stück pro Hektar ist extrem hoch und der Arbeitsaufwand enorm.

Es wird mit integriertem Pflanzenschutz gearbeitet. Der Lesezeitpunkt richtet sich nach dem Erreichen der phenolischen Reife und ist mit einem Ertrag von 30 hl pro Hektar äußerst gering. Im ersten seiner Weingärten vergrub Rogosky eine Flasche des legendären 1985er Sassicaia. Im zweiten eine Doppelmagnum Ornellaia und im dritten einen Caberlot Jahrgang 2000 – der erste Jahrgang dieses Weines mit drei Gläsern im Gambero Rosso.

Der letzte der sieben Weingärten wurde 2013 ausgepflanzt.

Die Trauben stehen auf verschiedenen Böden von fast purem Kalk bis hin zu verschiedenen Ausprägungen mit Löss gemischt. Alle Weingärten werden separat ausgebaut, um in einigen Verkostungen dem Caberlot oder dem Carnasciale zugeteilt zu werden. Dieser Zweitwein wird nach den gleich strengen Vorgaben wie der Caberlot von Bettina und Moritz Rogosky mit Önologen und Kellermeister Peter Schelling in die Flasche gebracht. Bei beiden Weinen ist alles gleich, es wird rein nach dem Geschmack und der Kraft der jeweiligen Fässer unterschieden. Sehr spannend.

Der Carnasciale bietet eine Einstiegsmöglichkeit in die Welt des Caberlot.

Der Wein ist etwas zugänglicher als der große Bruder – aber keinen Deut weniger Wein – und besticht im Jahrgang 2017 mit Aromen von Kaffee, Cassis, Paprika, Toffee, Pfeffer und weiteren Gewürznoten sowie mit Minze und Eukalyptus und einer Schüssel voller Beeren. Der Carnasciale wird als „Einstiegshilfe“ auch in der Kleinflasche (hier: 0,75 Liter) abgefüllt, von der ein Weingenießer aber sowieso zwei Flaschen öffnen wird … Es gäbe des Weiteren noch den Ottantadue, einen reinsortigen Sangiovese, der leicht gekühlt zu Fisch getrunken gehört. Ein perfekter Starter war dieser auch beim heurigen Besuch auf der Terrasse. Übrigens stammen die Trauben aus dem Valdarno di Sopra DOC. Was das jetzt an Bedeutung hat? Naja, Valdarno di Sopra ist die erste DOC in Italien, die gesamtheitlich Bio ist und sein wird. Gratuliere!

Der Caberlot, The Big One, der Star oder auch die Legende.

Ein Wein, der etliche Namen tragen könnte. Für uns ist er nur DER CABERLOT. Ein Wein, den jeder Weinfreund zumindest einmal in seinem Leben probiert haben sollte.

Doch wo soll ich anfangen?

Vielleicht beim Ende, denn er hat nämlich einen der längsten Abgänge, die ich jemals erleben durfte – gepaart mit dunklen Früchten wie etwa Schwarzkirsche und schwarzen Johannisbeeren, wiederum Kaffee, reifen Zwetschken und einer dunklen Blumigkeit. Am Gaumen ist er perfekt ausbalanciert und hat mit seiner Säure, den merkbaren, aber reifen Tanninen und dem passenden „Body“ alles für den Legendenstatus! Ein absolutes Must-have, aber auch Must-drink, und bitte definitiv kein Exemplar für die Wein-Trophäensammlung, die nur hergezeigt, aber nie geöffnet wird. Ein absolutes No-Go. Stattdessen sollte es heißen: Sapperlot, wir tranken einen Caberlot!

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